Zeichen der Zeit 1

Kennt ihr das auch? Diese Momente, in denen sich der Zeitgeist in einer einzelnen Situation offenbart? Situationen, Wortmeldungen oder auch nur Gesten, die soviel über die derzeitige Situation in der Welt sagen wie ein 1000-Seiten Almanach?

Wenn ja, dann bitte verheimlicht sie nicht – dies ist der Ort, die Zeichen der Zeit kund zu tun – und sie zu deuten!

Ein Beispiel: Unlängst schlendere ich die Mariahilferstraße in Wien entlang. An einer Straßenecke steht ein junger Mann (Mitte 20). Breitbeinig. Daran wäre nichts ungewöhnliches, hätte dieser nicht seine Hose heruntergelassen. Gottlob war da noch eine weite Boxershorts! Aber was macht dieser Typ? Er schaut gaaanz konzentriert (als ob er ein Sudoku lösen würde oder die Börsenberichte studiert) und fummelt an seinem besten Stück herum.

Was will uns dieser junge Mann damit sagen?

4 Kommentare zu “Zeichen der Zeit 1”

  1. Rainer

    w*x auf die Straße und scheiß aufs Establishment?

  2. Gerd

    Ich glaube der war in einem schweren Drogendilirium, dachte im wachsen mehrere beste Stücke und hat sie in Ruhe durchgezählt. Also wenn ich an “Fear and Loathing” denke gibt es noch schlimmere Drogenvisionen als diese…..

  3. Arno

    Ich denke das Zeichen geht noch tiefer:
    Der Junge Mann stellt die Grenzen des Sozialvoyorismus dar.
    Big brother und Retorten sind ja was für Softies. Die Sachen kennen wir doch alle schon – das ist ja bereits fad, das ist nur lustig, wenn es zur Eskalation kommt.
    Natascha Kampusch ist da quasi die nächste Stufe – hier gibt es wirklich “wirkliche” Geschichten mit hoffentlich vielen dreckigen Details. Das lesen wir gerne. Das macht aber auch nur deshalb Spaß, weil es doch nicht unmittelbar bei uns ist – da sind Gott sei Dank noch die Medien dazwischen. Wir brauchen uns nicht die Finger dreckig machen. Das wäre ja ungut.
    Der junge Mann, der in der Mariahilfer Straße die Hosen herunter lässt, ist “ungut” – man kann nicht umschalten oder umblättern. Deshalb sehen die Leute möglichst demostrativ weg. Voyorismus ist halt nur dann lustig, wenn der Betrachter nicht vom Betrachtetem gesehen werden kann.
    Wenn ich nun schon ein Ignorant bin und nichts über Natascha Kampusch lese (es reicht ja schon, dass ich mir den Namen gemerkt habe), stelle ich mich hin und schau mir den jungen Mann in der Mariahilfer Straße an. Was sagt das jetzt über mich?

  4. FLo

    Ich bin voll auf deiner Seite. Auch ich, obwohl eigentlich Misanthrop, bin gelegentlich gerne nah beim VOLK: Ein, zwei mal im Jahr stehe ich gerne um 2:00 in der früh stock betrunken am Würstelstand und diskutiere über “was weiß ich”.

Einen Kommentar schreiben:

Du mußt angemeldet sein um einen Kommentar abgeben zu können.