Bernard – not funny!
Ihr kennt ihn sicher alle – den animierten Eisbären, der zwischen Werbung und aktuellen Meldungen aus Kultur, Nachrichten, Sport und Trivialitäten wie dem Wissenskeks über den Infoscreen in der Straßenbahn/U-Bahn flimmert. Augenscheinlich soll dieser tollpatschige weiße Geselle für ein wenig gute Stimmung sorgen, sprich: er soll lustig sein.
Dabei greift man auf das alte Cartoon-Rezept zurück, wobei dem netten Bären alles möglich zustößt, das ihn im wahren Leben töten oder zumindest schwer verletzen würde, ihm aber am Bildschirm maximal Sterne um den Kopf tanzen lässt. Primitiv, aber gut, möchte man meinen. Sogar ich finde Tom und Jerry o.Ä. immer wieder mal lustig, diese cartooneske Gewalt ist also nichts von vorneherein Abzulehnendes oder Unlustiges.
Aber bei Bernard versagt das Konzept. Was ihm passiert, ist einfach nur schrecklich. Der arme Eisbär stoplert von einem Unfall in den nächsten und was bleibt, ist einfach nur Mitleid mit dieser gebeutelten Kreatur – über deren unwürdige Leiden wir auch noch lachen sollen! Heute beispielsweise wurde er von einem wilden Stier gejagt und mehrfach auf die Hörner genommen und herumgeschleudert. Schrecklich. Woran auch immer es liegt (an den fehlenden Geräuschen? am Animationsstil? an mir?): in den klassischen Cartoons ist es lustig, bei Bernard nicht.